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In den Foren liest man leider immer wieder über Probleme bei der Einstellung des Kreisels GY 401. Daher möchte ich an dieser Stelle auf die Funktionsweise des GY 401 näher eingehen, da hier offensichtlich das Problem im Verstehen der Arbeitsweise liegt.
Normalerweise steuert man ein Servo an. D. h., dass man einen Knüppelausschlag vorgibt und der Sender unter Berücksichtigung aller entsprechenden Mixer-, Expo-, Dualrate- und sonstigen Einstellungen ein 'Servo'-Signal erzeugt, das übertragen und vom Empfänger ausgewertet wird.
Vom Empfänger gelangt dieses Signal nun zum Servo. Dort wird es verglichen mit dem vom Servo, in Abhängigkeit des Abtriebs (-potis), selbst erzeugten Impulses. Wird eine Differenz erkannt, wird der Servomotor in die entsprechende Richtung angesteuert. So lange, bis die Differenz Null ist.
Ganz anders verhält es sich, wenn der GY 401 dazwischen geschaltet ist. Dann gibt man diesen Impuls nicht mehr an das Servo, sondern eben an den GY 401. Für den GY 401 bedeutet es jedoch nicht: "Fahre (das Servo) in eine bestimmte Position" sondern: "Erzeuge eine Drehung mit einer bestimmten Winkelgeschwindigkeit (=Drehrate)."
D. h. natürlich, dass beim erkannten Neutralimpuls keine Drehung (Drehrate = 0) erfolgen soll. Die vom Sender vorgegebene Drehrate wird nun mit der tatsächlichen Drehrate verglichen, die - vereinfacht gesagt -, das SMM-Element mitteilt. Wird hier eine Differenz festgestellt, gibt der GY 401 ein entsprechendes Signal an das Servo, das seinerseits genauso verfährt wie oben beschrieben, nur mit dem Unterschied, dass der von außen ankommende Impuls nicht mehr von Sender sondern vom GY 401 erzeugt wurde.
Das Besondere im AVCS-Modus ist, dass sich der GY 401 seine Ausgangsposition merkt und so lange ein entsprechendes Signal an das Servo gibt, bis die Ausgangsposition wieder hergestellt ist oder durch einen entsprechenden Knüppelausschlag eine Drehung vorgegeben wird.
INFO: Aus Gründen der unterschiedlichen Impulszeiten erzeugt man mit unterschiedlichen Senderfabrikaten beim Servo unterschiedliche Ausschläge. Beim GY 401 erzeugt man unterschiedliche Drehraten. Das muss man berücksichtigen, wenn die Programmierung mit verschiedenen Sendern durchgeführt wird.
Man stellt also 100% Geberweg und 100% Servoweg ein. Den Servoanschlag stellt man am Limiter des GY 401 ein und nur dort.
Man kann das leicht auf dem Trockenen überprüfen. Viele haben bereits bei geringem Knüppelausschlag mit ‘normaler’ Geschwindigkeit einen großen Rest als Totweg am Knüppel. Nun wird der Servoausschlag drastisch reduziert und man kommt schon besser hin. Wenn man jetzt mal am Knüppel nur ca. 5-10% Ausschlag erzeugt und wartet, passiert folgendes: Das Servo fängt an zu drehen und zwar so lange, bis der maximale Weg erreicht ist. Und nun hat man nach plötzlich 90-95% Totweg, dabei hat man doch zur vorhergehenden Einstellung gar nichts verändert.
Die Erklärung liegt in der oben beschriebenen Arbeitsweise des GY 401. Man gibt eine Drehrate vor. In meinem zuletzt genannten Beispiel eine sehr geringe. Der GY 401 erzeugt einen Servoausschlag. Da das SMM-Element ihm aber 'sagt': "Du hinkst deiner Vorgabe hinterher", der Heli steht schließlich, erzeugt er einen immer größeren Ausschlag und zwar so lange, bis das Servo nicht mehr kann und entweder intern (durch den Limiter) oder extern (durch die Schiebehülse) gebremst wird.
Daran ändert sich auch nichts, wenn man den Knüppel wieder auf Neutral stellt. Erst wenn man in die andere Richtung steuert oder den Heli in die entsprechende Richtung dreht, geht der Servoausschlag zurück.
Ich hoffe, die Arbeitsweise des GY 401 ist so verständlicher geworden. Die Einstellung ist dann nur noch ein Klacks.
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